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Dramatischer Rettungseinsatz für kleine Sperlingskäuze

Ende Mai im Höhenkirchener Forst: Zwei Eulenforscher schleichen vorsichtig zwischen den Bäumen, um das Brutgeschehen der Raufuß- und Sperlingskäuze zu kontrollieren. Plötzlich die schreckliche Entdeckung – unter einer abgestorbenen Fichte liegt ein toter Sperlingskauz. Es ist das Weibchen, das genau in dieser alten Buntspechthöhle gebrütet hatte. Wahrscheinlich wurde es einem Marder zum Opfer.

 

Von großer Entfernung aus beobachten die Forscher die Höhle. Das Männchen sollte die Jungen füttern – doch es bleibt still. Die Bettelrufe der Jungvögel werden immer leiser. Das Einflugloch in zwei Metern Höhe ist zu klein, um einzugreifen. Die Zeit scheint abzulaufen.

 

Am nächsten Tag rufen die Forscher verzweifelt an: „Gibt es eine Möglichkeit, die Jungen zu retten?“ Schnell entsteht ein Plan: Mit einer vorsichtigen Vergrößerung der Höhlenöffnung – behutsam mit einer akkubetriebenen Kettensäge – kann das Unglaubliche gelingen: Fünf kleine Käuzchen werden geborgen, im Alter von acht bis vierzehn Tagen. Der Altersunterschied? Ganz natürlich: Eulen beginnen mit dem Brüten schon beim ersten Ei.

 

Die Situation ist kritisch. Die Jungvögel sind unterkühlt, ausgehungert und dehydriert. Jeder Herzschlag zählt. Unter einer Wärmelampe stabilisieren wir die Kleinen, versorgen sie mit einem Serum auf Blutbasis und beginnen behutsam mit einer artgerechten Fütterung. Stück für Stück kehrt Leben und Kraft zurück.

 

Heute gedeihen die fünf Sperlingskäuze prächtig. In ein paar Monaten werden sie zurück in ihren heimischen Wald entlassen – stark genug, um selbstständig zu überleben.

Diese Rettung zeigt eindrucksvoll: Manchmal kann menschliches Eingreifen den entscheidenden Unterschied machen. Besonders für kleinere Kauzarten, deren Bestand jährlich um etwa ein Prozent zurückgeht, kann jede gerettete Jungvogelgeneration lebenswichtig sein.

 

"Es war still in unserer Höhle. Wir riefen nach unserer Mutter – doch sie kam nicht mehr. Kälte und Hunger machten uns klein und schwach. Dann spürten wir vorsichtige Hände, Wärme und Nahrung. Stück für Stück kehrte Leben zurück, Kraft und Mut kehrten in unsere Flügel.

Jetzt wachsen wir heran, unsere Augen glänzen, unsere Flügel werden stark. Bald wird der Wind uns wieder rufen, und wir kehren zurück in unseren Wald – selbstständig, stark und frei."

Bild und Textinhalt mit Genehmigung von Geschäftsführer Alfred Aigner

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