· 

Gerettet aus den Fängen des Tierhandels

Mitten in der Nacht um 23:00 Uhr klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldet sich ein Anrufer: Er habe einen Waldkauz in seiner Wohnung, wolle ihn aber sofort wieder loswerden – seine Freundin sei auf Federstaub allergisch. Die Uhrzeit beeindruckt ihn nicht.

Auf die Frage, ob der Vogel verletzt sei, verneint er. Erst nach einigem Nachhaken erfährt man, dass der Kauz in den Niederlanden gekauft wurde. Und als wäre das nicht genug, besteht der Anrufer darauf, den Kaufpreis erstattet zu bekommen, damit ihm kein finanzieller Schaden entsteht.

 

Kurz vor Mitternacht wird der junge Waldkauz schließlich gebracht. Es ist ein etwa vier Wochen altes Küken, das seit zwei Tagen keine Nahrung bekommen hat – „weil es in diesem Kaff keine Mäuse zu kaufen gibt“, so die Begründung des Käufers. Nach der dringend nötigen Fütterung, gegen 00:30 Uhr, ist der kleine Waldkauz satt und der vermeintliche Eulenliebhaber wieder verschwunden.

 

Der junge Waldkauz wächst nun gemeinsam mit mehreren anderen Jungvögeln in einer geräumigen Voliere auf. Sobald er ausgewachsen ist und selbstständig Mäuse erbeuten kann, wird er im Spätsommer wieder in die Freiheit entlassen. 

Bild und Textinhalt mit Genehmigung von Geschäftsführer Alfred Aigner

Kommentar schreiben

Kommentare: 0